At First Light
| At First Light | ||||
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| Studioalbum von Ralph Towner | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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| Label(s) | ECM Records | |||
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
11 | |||
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44:08 | ||||
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Besetzung |
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Studio(s) |
Auditorio Stelio Molo, RSI, Lugano | |||
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At First Light ist ein Musikalbum von Ralph Towner. Die im Februar 2022 im Auditorio Stelio Molo in Lugano entstandenen Aufnahmen erschienen am 17. März 2023 auf ECM Records. Es ist das letzte Album, das der Gitarrist zu Lebzeiten vorlegte; Towner starb im Januar 2026.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]50 Jahre vor dem Erscheinen von At First Light, seinem 25. ECM-Album unter eigenem Namen, veröffentlichte der Gitarrist Ralph Towner sein erstes Soloalbum Diary, ebenfalls bei ECM und wie auch dieses von Manfred Eicher produziert. Auf diesem ersten Solo-Tonträger spielte Towner sowohl klassische Gitarre als auch zwölfsaitige Gitarre sowie Klavier (er ist ein am Konservatorium ausgebildeter Pianist) und nutzte Overdubs, um einen vielschichtigeren Klang zu erzeugen. Sechs Solo-Gitarrenalben folgten, zunächst der Live-Mitschnitt Solo Concert (1980) dann die Studioproduktionen ANA (1997), Anthem (2001), Time Line (2006) und My Foolish Heart (2017), auf denen Towner sowohl klassische Gitarre als auch zwölfsaitige Gitarre spielte. At First Light präsentierte Towner hingegen ausschließlich an der klassischen Gitarre, die er in seinen späteren Jahren bevorzugte. Von den elf Kompositionen auf dem Album stammen alle von Ralph Towner selbst, mit Ausnahme von drei Stücken, dem Traditional „Danny Boy“, Jule Stynes „Make Someone Happy“ und „Little Old Lady“ von Hoagy Carmichael. In den Liner Notes erinnert sich Towner daran, wie er als Junge die Lieder dieser Künstler hörte; sie waren seine frühesten musikalischen Einflüsse.[1]
Titelliste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ralph Towner: At First Light (ECM Records ECM 2758, ECM Records 486 1035)[2]
- Flow 5:06
- Strait 4:56
- Make Someone Happy (Jule Styne, Adolph Green, Betty Comden) 2:53
- Ubi Sunt 4:46
- Guitarra Picante 4:25
- At First Light 4:44
- Danny Boy (Traditional) 3:40
- Fat Foot 3:58
- Argentinian Nights 1:41
- Little Old Lady (Hoagy Carmichael) 3:17
- Empty Stage 3:42
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Ralph Towner.
Rezeption
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Nach Ansicht von Cary Tenenbaum, der das Album in All About Jazz rezensierte, ist dies ist ein wunderschön aufgenommenes und wunderbar gespieltes Solo-Album für klassische Gitarre dieses fabelhaften Jazzgitarristen. Auf diesem Album würden Altes und Neues in Form von Towners eigenen Kompositionen verschmelzen. „Fat Foot“ sei das Glanzstück dieses Albums. Es klinge wie ein zeitloser Jazzklassiker aus längst vergangenen Zeiten, würde hier aber zum ersten Mal erscheinen. Es besteche durch einen großartigen Rhythmus und eine eingängige Melodie, die durch Towners präzises Spiel noch verstärkt werden. Weitere Höhepunkte seien „At First Light“ und „Flow“.[3]
Der Meister des akustischen Feinsinns sei weiterhin gut in Form, meinte Ralf Dombrowski in Jazz thing. Er sei noch nie der Meta-Ästhet gewesen, der jedes Griffgeräusch vermeiden wollte, und so würde sich sein Altersstil mehr denn je als profunde Natürlichkeit darstellen, die das Instrument in seiner Gesamtheit würdigt. Towners Timing sei makellos im Flow, seine Artikulation hinreißend erzählend, die Fähigkeit, Oberfläche und Tiefe gestaltend zu verbinden, von umarmender Schönheit, die Erfahrung, auch Kleines groß klingen lassen zu können, von lächelnder Empathie getragen. At First Light sei „State of the art“, im Detail womöglich sogar noch etwas humorvoller als die Vorgänger.[4]
Von den elf Stücken stammten acht aus Towners Feder, dazwischen fänden sich zwei Musicalmelodien und eine traditionelle Melodie, was für eine angenehme Balance und abwechslungsreiche Stimmung sorge, meint John Arnett (UK Jazz News). Interessanterweise hätte er sieben der elf Stücke bereits bei seinem Londoner Pizza-Express-Konzert im November 2021 gespielt. Der Klang sei insgesamt raumfüllend und resonant, das Spiel durchweg souverän und fesselnd. Manchmal sei es kaum zu glauben, dass nur ein Gitarrist spielt – beispielsweise beim Oregon-Stück „Guitarra Picante“ von 1991 und dem atmosphärischen Schlussstück „Empty Stage“.[1]
Thom Jurek verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, mit 83 Jahren würde sich sein Spiel nach wie vor auf dem Höhepunkt befinden. Der am Konservatorium ausgebildete Pianist behandle die Nylonsaitengitarre wie ein Tasteninstrument und biete kristallklare Akkordfolgen inmitten druckvoller Bassnoten und ergreifender Läufe auf einzelnen Saiten sowie Kontrapunktik. Der suitenartige Opener „Flow“ stellt das Pastorale dem Improvisatorischen gegenüber, während Towner den Jazz „erkundet“. Er biete einen Dialog aus Fragen und Antworten zwischen den tiefen, mittleren und hohen Saiten des Instruments und setzt diesen dann in der tiefen oder mittleren Lage um. Er erforsche auch die harmonischen Verbindungen zwischen Klangfarben und Chromatik, die von synkopierten rhythmischen Ideen aus Flamenco, Blues, Fado und der klassischen Tradition untermalt werden. At First Light sei zugleich meditativ und intim. Wie gewohnt sei es kunstvoll gespielt und biete den Zuhörern eine Aussage, die gleichermaßen tiefgründige Reflexion und meisterhafte, swingende Präzision vereine.[5]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b John Arnett: Ralph Towner – ‘At First Light’. In: UK Jazz News. 16. März 2023, abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Ralph Towner: At First Light. In: Discogs. Abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Cary Tenenbaum: Ralph Towner: At First Light. In: All About Jazz. 14. April 2023, abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Ralf Dombrowski: Ralph Towner: At First Light. In: Jazz thing. 3. August 2023, abgerufen am 12. Januar 2026.
- ↑ Besprechung des Albums von Thom Jurek bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 18. Januar 2026.