Bahnstrecke Bort-les-Orgues–Neussargues
| Bort-les-Orgues–Neussargues | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Viaduc de Salsignac (Cantal) mit einer X 2800, Sommer 2009 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckennummer (SNCF): | 721 000 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (SNCF): | 146 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 71,2 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 30[1] ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Bort-les-Orgues–Neussargues ist eine normalspurige, 71,2 km lange, Eisenbahnstrecke im französischen Zentralmassiv. Sie verbindet die Stadt Bort-les-Orgues im Département Corrèze mit dem Bahnknoten Neussargues-Moissac und stellt damit eine Querverbindung zwischen dem Dordognetal und dem Hochland der Auvergne her und weiter in den Raum der Monts du Cantal. Sie verläuft in nord-westlich-südöstliche Richtung fast ausschließlich im Département Cantal, ist eingleisig und wird nicht mehr regelmäßig bedient. Der Ausgangsbahnhof befindet sich noch im Département Corrèze, also in der Region Nouvelle-Aquitaine. Auf einem Teil der Strecke finden Museumsfahrten statt.[2]
Aufgrund der topographischen Verhältnisse weist die Strecke längere Rampen auf; die maximale Längsneigung beträgt 30 ‰. Der höchste Abschnitt der Linie liegt im Bereich zwischen Lugarde-Marchastel und Allanche auf annähernd 900 m Höhe und gehört damit zu den höchstgelegenen normalspurigen Bahnstrecken im Zentralmassiv.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Strecke Bort-les-Orgues–Neussargues wurde als Teil der Linienpriorisierung im Rahmen des Plan Freycinet von 1879 eingestuft und erhielt die Streckennummer 108. 1898 erhielt die Strecke die definitive Konzession zur Errichtung und Betrieb.[3] Sie entstand auf Grundlage staatlicher Konzessionen an die Chemin de fer de Paris à Orléans (PO). Sie sollte die bereits bestehenden Bahnstrecke Bourges–Miécaze in Bort-les-Orgues mit der Bahnstrecke Figeac–Arvant in Neussargues verbinden und ermöglichte damit erstmals durchgehende Zugfahrten über das Hochland des Massif central. Durch die neue Trasse erhielten Orte wie Riom-ès-Montagnes, Allanche und Lugarde-Marchastel einen Anschluss an das Eisenbahnnetz.
Gründe für den Bau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein weiterer Vorteil war, die zuvor isolierten Regionen der Artense und des Cézallier zu erschließen und eine direkte Relation zwischen den Departements Corrèze und Cantal herzustellen. Sie schuf zugleich eine Querverbindung zwischen den Hauptachsen Brive–Tulle–Bort einerseits und Béziers–Neussargues andererseits. Darüber hinaus stand die Realisierung der Strecke im Kontext der strategischen Netzpolitik der PO: Die neue Strecke erlaubte der Gesellschaft, Verkehrsströme, die von oder nach außerhalb des Zentralmassivs befördert werden sollten, vertraglich zu sichern und gegenüber der konkurrierenden Chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée (PLM) selbst transportieren zu können.[4]

Entscheidend für den Transport von Waren war laut Tarifgesetz die kürzeste Entfernung zwischen Ausgang- und Zielbahnhof. Führte die berechnete Strecke durch das Gebiet der Bahngesellschaft, war sie anteilig am Umsatz beteiligt und konnte selbst bestimmen, welche eigenen Strecken für den Transport genutzt werden sollten. Es war daher sinnvoll, ein dichtes Streckennetz zu haben, um möglichst viel Ware durchleiten zu können. Insbesondere für Massengüter wie Wein und andere Agrargüter auf dem Weg nach Paris war diese Streckenpolitik erfolgreich.[4]
Der in der Revue Générale des Chemins de Fer (RGCF) veröffentlichte Bericht ordnete diese Entwicklungen in den Zeitraum zwischen dem internationalen Eisenbahnkongress von St. Louis 1905 und dem Eisenbahnkongress von Bern 1910 ein, in der auch die Eröffnung des Simplon-Tunnels liegt. Dieser wird als ein Beispiel in dem RGCF-Bericht verwendet; ein anderes ist die hier beschriebene Strecke. Dieser relativ kurze Zeitraum von fünf Jahren wurde dort als Phase beschrieben, in der das französische Hauptbahnnetz nur noch geringfügig erweitert wurde, während einzelne neue Verbindungen – darunter auch die Strecke Bort-les-Orgues–Neussargues – dennoch spürbare Auswirkungen auf bestehende Verkehrsrelationen zwischen den großen Eisenbahngesellschaften hatten. Im konkreten Fall konnte eine vier Kilometer kürzere Strecke gegenüber der PLM angeboten werden deren Strecken von Cette – heute Sète – nach Paris führten.[5][6]
Beginn und Ende des Verkehrs
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Die Strecke wurde auch für den Reisezugverkehr zugelassen und am 15. April 1898 konzessioniert. Der Bau erfolgte abschnittsweise, sodass am 2. Dezember 1907 die Teilstrecken von Bort-les-Orgues nach Riom-ès-Montagnes sowie von Allanche nach Neussargues eröffnet werden konnten. Der dazwischenliegende Abschnitt zwischen Riom-ès-Montagnes und Allanche ging ein halbes Jahr später am 11. Mai 1908 in Betrieb, womit die durchgehende Verbindung hergestellt war.[2]
Der Personenverkehr auf der gesamten Strecke wurde am 26. Mai 1990 eingestellt. Der Güterverkehr endete am 31. August 1991. In der Folge wurde die Linie außer Betrieb genommen.[2] Einzelne Abschnitte der ehemaligen Bahntrasse werden seitdem touristisch genutzt. Zwischen Riom-ès-Montagnes und Lugarde-Marchastel gibt es täglich einen festen Fahrplan mit ein oder zwei Zugpaaren über den Sommer, in der übrigen Zeit verkehren die Züge nur an einzelnen Wochentagen. Vermarktet wird der Service unter der Bezeichnung Gentiane Express. Der Abschnitt zwischen Lugarde-Marchastel und Allanche wird für den Betrieb von Vélorails genutzt.[7] Schienen sind noch auf der gesamten Strecke vorhanden.[2]
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Höhenprofil der Strecke ist durch den Übergang vom Tal der Dordogne in das Hochland des französischen Zentralmassivs geprägt. Bort-les-Orgues, auf etwa 430 Metern Höhe im Dordognetal gelegen, ist der Ausgangspunkt, von dem die Trasse in östlicher Richtung zunächst entlang des Flusstals führt und anschließend über mehrere Seitentäler hinweg auf das Plateau der Artense.
Der Streckenverlauf ist dabei von längeren ansteigenden Abschnitten gekennzeichnet, mit denen schrittweise Höhe gewonnen wird. Im Bereich von Riom-ès-Montagnes erreichte sie eine Höhenlage von rund 840 Metern. Der weitere Verlauf führte über das weitgehend offene Hochland mit nur moderaten Höhenunterschieden. Südöstlich davon steigt die Strecke erneut an, um im Bahnhof von Neussargues-Moissac rund 740 Meter zu erreichen. Insgesamt überwindet die Strecke zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Punkt einen Höhenunterschied von rund 550 Metern.
Für den Bau auf diesem anspruchsvollen Gelände war eine Reihe von Kunstbauwerken notwendig, darunter fünf Viadukte von ca. 100 m oder mehr (s. nachfolgende Tabelle) sowie vier Tunnel, der längste der Tunnel de Lestampe mit 1448 m.[8]
| SKM | Name | Länge | Höhe | Bauform | Konstruktion | Koordinate und Weblink |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 465,6 | Viaduc de Salsignac | 189 m | 24 m | 14 Bögen à ca. 10 m | Gewölbebrücke | 45° 20' 27.64" N 2° 34' 2.4" E [1] |
| 480,9 | Viaduc de Barajol | 317 m | 57 m | 12 Bögen à ca. 20 m | Gewölbebrücke | 45° 18' 14.46" N 2° 41' 39.21" E [2] |
| 481,9 | Viaduc de Chassagny | 99 m | 22 m | 6 Bögen à ca. 12 m | Kreisbogenbrücke | 45° 18' 30.48" N 2° 42' 1.3" E [3] |
| 492,9 | Viaduc de Lugarde | 153 m | 26 m | 12 Bögen à ca. 10 m | Kreisbogenbrücke | 45° 17' 21.65" N 2° 45' 30.83" E [4] |
| 497,6 | Viaduc de Saint‑Saturnin | 206 m | 36 m | 10 Bögen à ca. 15 m | Kreisbogenbrücke | 45° 15' 49.36" N 2° 47' 54.24" E [5] |
| SKM = Streckenkilometer | ||||||
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- La ligne Bort-les-Orgues - Neussargues, Lacorreze.com
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Carnet de profils et schémas. SNCF, Région du sud-ouest, 1958.
- ↑ a b c d Ligne Bort-les-Orgues – Neussargues, Fandom, 20. April 2020.
- ↑ Loi ayant pour objet de déclarer d’atilité publique, à titre d’intérêt général, l’établissement du Chemin de fer de Bort à Neussargues. Journal officiel, Loi n° 34677 du 15 avril 1898, Bulletin des lois de la République française.
- ↑ a b Bort–Neussargues. Description, Rail 4402, private Homepage.
- ↑ Les chemins de fer français de 1905 à 1910, Revue Générale des Chemins de Fer, September 1911.
- ↑ RGCF septembre 1911: Les chemins de fer français de 1905 à 1910. Wikiplm, 2. Mai 2012.
- ↑ Gentiane Express – Train touristique, 2026.
- ↑ Eisenbahnlinie Bort-les-Orgues - Neussargues. In: Structurae, 29. September 2003.

