Bissendorf
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 14′ N, 8° 10′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Osnabrück | |
| Höhe: | 99 m ü. NHN | |
| Fläche: | 96,41 km² | |
| Einwohner: | 14.614 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 152 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 49143 | |
| Vorwahl: | 05402 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OS, BSB, MEL, WTL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 59 012 | |
| LOCODE: | DE NBS | |
| Gemeindegliederung: | 13 Ortschaften | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Kirchplatz 1 49143 Bissendorf | |
| Website: | www.bissendorf.de | |
| Bürgermeister: | Guido Halfter (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Bissendorf im Landkreis Osnabrück | ||
Bissendorf ist eine Gemeinde im Zentrum des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bissendorf liegt im Osnabrücker Land zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald mitten im Natur- und Geopark TERRA.vita. Die Hase durchfließt das Gemeindegebiet von Osten nach Westen. Der private Linner See dient Angelzwecken.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde grenzt im Norden an Belm und Ostercappeln, im Osten an Bad Essen und Melle, im Süden an Hilter am Teutoburger Wald und Georgsmarienhütte sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Osnabrück.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Bissendorf ist eine Einheitsgemeinde und gliedert sich in die 13 Ortschaften Bissendorf, Ellerbeck, Holte/Himbergen, Jeggen, Linne, Natbergen, Nemden, Schledehausen/Schelenburg, Uphausen-Eistrup, Waldmark, Wersche, Wissingen und Wulften.[2]
Jede Ortschaft verfügt über einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher. Die drei größten Ortschaften sind Bissendorf, Schledehausen und Wissingen. Die anderen Ortschaften haben weitgehend ihren Charakter als alte Bauerschaften behalten. Zu den Ortschaften gehören weitere Siedlungen und Weiler, die zum Teil ehemalige Gemeinden sind.
| Ortschaft | mit | Fläche (in km²) Stand 1. Januar 2025 |
Einwohner Stand 30. November 2024[3] |
Ortsteile der Gemeinde Bissendorf |
|---|---|---|---|---|
| Bissendorf | Bauerschaft Stockum Kronsundern |
7,79 | 3.563 | |
| Ellerbeck | Lösebeck | 6,14 | 309 | |
| Holte/Himbergen | Sünsbeck | 9,49 | 705 | |
| Jeggen | 11,09 | 1.695 | ||
| Linne | 3,81 | 208 | ||
| Natbergen | Gut Stockum Stockumer Mark |
6,22 | 1.696 | |
| Nemden | Halle | 8,60 | 423 | |
| Schledehausen/ Schelenburg |
Westrup | 9,27 | 2.737 | |
| Uphausen-Eistrup | 4,86 | 489 | ||
| Waldmark | Astrup Deitinghausen Grambergen Hiddinghausen Krevinghausen |
18,44 | 542 | |
| Wersche | 3,79 | 359 | ||
| Wissingen | 3,33 | 2.357 | ||
| Wulften | 6,28 | 389 | ||
| Gesamt | 96,41 | 15.472 |
Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gemeindegebiet von Bissendorf liegt im Flusssystem der Ems, innerhalb der Untereinheit Hase.
Die Hase ist ein 170 km langer Fluss in Niedersachsen, der im Teutoburger Wald nahe Melle-Wellingholzhausen entspringt und bei Meppen in die Ems mündet. Sie bildet das Hauptgewässer des regionalen Flusssystems und den zentralen Vorfluter für die Zuflüsse im Gemeindegebiet.
Ein bedeutender Nebenfluss ist die Wierau, ein rund 14 Kilometer langer rechter Zufluss der Hase. Sie durchfließt das Gemeindegebiet von Südosten nach Nordwesten. Sie entspringt im Wiehengebirge bei Bad Essen und mündet nahe dem Ortsteil Wersche in die Hase. Als naturnaher Bach prägt sie Teile des Landschaftsraums und spielt eine wichtige Rolle im kommunalen Hochwasserschutz.[4]
Zu den Stillgewässern zählt der Linner See, ein etwa 15 Hektar großer See zwischen den Ortsteilen Wissingen und Linne, der von der Wierau durchflossen wird und als Angelgewässer genutzt wird. Der Sonnensee ist ein künstlich angelegtes Gewässer mit Freizeit- und Erholungsfunktion. Darüber hinaus bestehen kleinere Teiche und Weiher, etwa der Schelenburg-Weiher, die überwiegend der lokalen Gewässernutzung dienen.[5][6][7]
Das Bissendorfer Moor ist das größte Moorgebiet innerhalb der Gemeinde und liegt südlich der Ortslage Bissendorf in Richtung Melle. Es handelt sich überwiegend um ein Niedermoor, das in nacheiszeitlichen Senkenbereichen entstanden ist. Ursprünglich war das Gebiet großflächig vernässt und von Röhrichten, Seggenrieden und Bruchwald geprägt. Seit dem 19. Jahrhundert wurde das Moor systematisch entwässert und landwirtschaftlich genutzt, was zu erheblichen Veränderungen des Wasserhaushalts und zum Abbau der organischen Substanz führte. Seit 2022 werden im Rahmen landesweiter Programme umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen zur Wiedervernässung durchgeführt. Ziel ist die Wiederherstellung moortypischer Lebensräume, die Reduzierung von Treibhausgasemissionen sowie die Verbesserung des regionalen Wasserhaushalts.[8][9]
Das Jeggener Moor liegt im Ortsteil Jeggen nordwestlich des Bissendorfer Ortskerns. Es handelt sich um ein kleinflächigeres Niedermoorgebiet, das ebenfalls durch Entwässerung, Grünlandnutzung und Torfabbau stark verändert wurde. Heute bestehen dort feuchte Wiesen, Röhrichtbestände und Entwässerungsgräben, die wichtige Lebensräume für Amphibien, Wiesenvögel und Insekten darstellen. Teile des Gebietes stehen unter naturschutzfachlicher Beobachtung, um den Wasserhaushalt langfristig zu stabilisieren und die ökologische Funktion zu erhalten.[10]
Entlang der Wierau befinden sich naturnahe Auenbereiche, Nasswiesen und Feuchtgrünländer. Diese Gebiete übernehmen wichtige Funktionen für den natürlichen Hochwasserschutz, die Grundwasserneubildung sowie als Lebensraum für feuchteliebende Pflanzen- und Tierarten. Im Rahmen von Gewässerentwicklungsmaßnahmen werden die Uferbereiche ökologisch aufgewertet, unter anderem durch Extensivierung der Nutzung, Gehölzpflanzungen und Strukturverbesserungen im Gewässerlauf.[11]
Eine zentrale hydrologische Herausforderung stellt die Hochwassergefährdung dar, insbesondere entlang der Wierau. Starkniederschläge können zu Überflutungen führen, weshalb Überschwemmungsgebiete ausgewiesen wurden. Als Reaktion auf frühere Hochwasserereignisse setzte die Gemeinde ein Hochwasserschutzkonzept um, das unter anderem Retentionsräume und bauliche Sicherungsmaßnahmen umfasst.[12][13]
Untergrundverhältnisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bissendorf liegt im südwestlichen Niedersachsen am Übergang zwischen dem Niedersächsischen Bergland und der Norddeutschen Tiefebene. Der geologische Untergrund wird von einer mächtigen quartären Lockergesteinsdecke aus Sanden, Kiesen, Geschiebelehm und Tonlagen geprägt, die während der Saale- und Weichsel-Kaltzeiten abgelagert wurde. Darunter folgen tertiäre Sedimente sowie mesozoische Gesteine der Trias und des Jura des Osnabrücker Berglands. Die Lockergesteine bedingen überwiegend sandig-lehmige Böden mit mittlerer bis guter Durchlässigkeit.[14]
Hydrogeologisch gehört Bissendorf zum nordwestdeutschen Lockergesteinsgebiet. Die quartären Sande und Kiese bilden die wichtigsten Grundwasserleiter. Der oberflächennahe, meist ungespannte Aquifer liegt in etwa 1–8 m, lokal bis 10 m Tiefe und wird direkt durch Niederschläge gespeist. Darunter folgt ein meist gespannter Grundwasserleiter in 20–60 m Tiefe, der aus Sanden und Kiesen des Tertiärs und unteren Quartärs besteht. Dieser besitzt höhere Ergiebigkeiten und wird vorwiegend zur kommunalen Trinkwassergewinnung genutzt.[15][16]
Geschichte
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Die Geschichte Bissendorfs ist geprägt von den unterschiedlichen Ortsteilen, die im Laufe der Zeit der Gemeinde angeschlossen wurden.
Bissendorf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1160 ist das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortsteils Bissendorf als Bissendorp im Besitz der Herren von Bissendorf (1182 deren erstmalige urkundliche Erwähnung), die bereits im 11. Jahrhundert eine Kapelle zu Bissendorf errichtet haben sollen. Deren Stammsitz, das Haus Bissendorf, geht bis in das 10./11. Jahrhundert zurück. Das Rittergut war der einzige Rittersitz im Landkreis, um den sich nach Errichtung der heutigen katholischen St.-Dionysius-Kirche das Dorf ansiedelte. Das Gut besaß das Kirchenpatronatsrecht, dazu die Landtagsfähigkeit mit allen damit verbundenen Jagd-, Fischerei-, Wege- und Markenrechten. Die Adelsfamilie erlosch um 1570. Der heutige Einzelort hat derzeit ca. 2.500 (Bissendorf gesamt ca. 14500) Einwohner. Die Kirche beherbergt zahlreiche Kunstschätze (frühromanischer Taufstein, Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert, spätgotischer Schnitzaltar um 1500).
Bissendorf gehörte bis zu den Napoleonischen Kriegen zum Amt Iburg des Hochstifts Osnabrück und war Sitz einer Vogtei. Von 1807 bis 1810 war Bissendorf Sitz des Kantons Bissendorf im napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen. Von 1811 bis 1813 gehörte der Ort unmittelbar zu Frankreich und war dort Sitz einer Mairie (Bürgermeisterei) im Arrondissement Osnabrück des Departements der Oberen Ems. 1814 kam Bissendorf zum Königreich Hannover und gehörte dort zum Amt Osnabrück.
Am 6. September 1862 besuchte Georg V. (Hannover), König von Hannover auf Einladung der Amtsverwaltung Bissendorf. Da man Konfrontationen zwischen dem konservativen König und freiheitlich gesinnten Bürgern, vor allem aus dem nahen Osnabrück vermeiden wollte, wurde das Treffen auf der Rudolfshöhe am Sehl-Berg abgehalten.[17]
1867 fiel Bissendorf mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und seit 1885 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Osnabrück. Dort war sie Hauptort der Samtgemeinde Bissendorf, zu der neben der Gemeinde Bissendorf die Gemeinden Himbergen, Holsten-Mündrup, Holte-Sünsbeck, Natbergen, Nemden, Wersche und Uphausen-Eistrup gehörten. Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde 1972 aus dem Gebiet der Samtgemeinden Bissendorf (ohne Holsten-Mündrup, das zu Georgsmarienhütte kam) und Schledehausen die heutige Gemeinde gebildet.
Holte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Adelsgeschlecht von Holte prägte die Entwicklung des gleichnamigen Ortsteiles. Die von den Adelsherren gebaute Burg wurde 1147 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Reste der Burgruine sind freigelegt und können besichtigt werden. Westlich der Kirche ist der Burgplatz der Alten Burg Holte zu erkennen, die in einem ungeklärten Verhältnis zur Holter Burg steht. Die im Jahr 1153 erwähnte Kirche zu Holte ist eine Gründung des Holter Adels, war also eine Patronatskirche. Das Patronat hatte später die Familie von Leden inne, die auch der Ledenburg ihren Namen gab. Die Familie hatte den Besitz der Herren von Holte samt 34 Erbhöfen übernommen. Die Siedlung um die Kirche ist erhalten geblieben und gilt heute als eines der schönsten Beispiele einer Kirchensiedlung. Um die Kirche gruppieren sich Meierhof, Pastorat, altes Schulhaus und Gastwirtschaft. Die Kirchensiedlung steht unter Denkmalschutz.
Schledehausen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Edelherren von Sledesen (Schledehausen) waren bischöfliche Osnabrücker Ministerialen. Im Jahr 1396 ging deren Stammburg im Erbgang nach Erlöschen des Adelsgeschlechtes durch die Heirat des Rabodo III. von Schele mit der Erbtochter Elisabeth von Sledesen in den Besitz der Herren von Schele über, die zum Andenken an die ersten Besitzer deren Wappen, die drei Wolfsangeln, durch Wappenmehrung in ihr eigenes aufnahmen. Burg Sledesen wurde bald in Schelenburg umbenannt.
- Ansichten Bissendorf
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Der Bissendorfer Ortskern von der Rudolfshöhe von Süden aus gesehen
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St.-Urban-Kirche Holte aus dem Franz-Hecker-Blick
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Die Achelrieder Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde
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Die St.-Dionysius-Kirche der römisch-katholischen Gemeinde
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Haus Bissendorf mit dem standesamtlichen Trauzimmer und dem Heimatmuseum
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Inschrifttafel am Haus Bissendorf
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Innenhof der Schelenburg
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Gut Stockum: Auf dem Rittergut von 1259 befindet sich heute ein Reiterhof.
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Evangelische Laurentiuskirche in Schledehausen
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Das Torhaus des Wasserschlosses Ledenburg
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Kath. St.-Laurentius-Kirche in Schledehausen
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den ersten Eingemeindungen auf dem heutigen Gemeindegebiet kam es am 1. April 1937, als die Gemeinden Bauerschaft Stockum und Kronsundern nach Bissendorf und die Gemeinde Gut Stockum nach Natbergen eingemeindet wurde.[18]
In der ersten Phase der Gebietsreform in Niedersachsen wurden am 1. Januar 1970 die Gemeinden Natbergen, Uphausen-Eistrup und Wersche nach Bissendorf eingemeindet. Gleichzeitig schlossen sich die Gemeinden Himbergen, Holte-Sünsbeck und Nemden zur neuen Gemeinde Holte sowie die Gemeinden Astrup, Grambergen und Krevinghausen zur neuen Gemeinde Waldmark zusammen.
Die Gemeinde Bissendorf in ihrer heutigen Ausdehnung entstand schließlich am 1. Juli 1972 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Bissendorf, Ellerbeck, Holte, Jeggen, Linne, Schelenburg, Schledehausen, Waldmark, Wissingen und Wulften.[19]
Einwohnerentwicklung
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Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Bissendorf im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.
Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[20] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.
Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.[19]
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Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Rat der Gemeinde Bissendorf besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[21] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Stimmberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Guido Halfter (parteilos).
Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996:
| CDU | SPD | Grüne | FDP | AfD | Wählergruppen¹ | Einzel- bewerber |
Sonstige | Gesamt | Wahl- beteiligung | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wahlperiode | % | % | % | % | % | % | % | % | % | % | |||||||||
| 2021–2026 | 36,6 | 11 | 30,7 | 9 | 18,9 | 6 | 5,9 | 2 | 3,0 | 1 | 4,9 | 1 | – | – | – | – | 100 | 30 | 66,3 |
| 2016–2021 | 37,4 | 11 | 35,6 | 11 | 11,9 | 4 | 7,4 | 2 | – | – | 7,7 | 2 | – | – | – | – | 100 | 30 | 62,2 |
| 2011–2016 | 33,5 | 10 | 39,3 | 12 | 14,7 | 5 | 4,6 | 1 | – | – | 7,9 | 2 | – | – | – | – | 100 | 30 | 60,7 |
| 2006–2011 | 31,4 | 9 | 36,9 | 11 | 5,8 | 2 | 10,3 | 3 | – | – | 15,7 | 5 | – | – | – | – | 100 | 30 | 61,5 |
| 2001–2006 | 44,5 | 14 | 40,4 | 12 | 4,6 | 1 | 7,1 | 2 | – | – | 3,4 | 1 | – | – | – | – | 100 | 30 | 65,5 |
| 1996–2001 | 43,5 | 14 | 42,4 | 14 | 6,9 | 2 | 4,4 | 1 | – | – | – | – | 1,4 | 0 | 1,3 | 0 | 100 | 31 | 68,2 |
| Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen,[22] Landkreis Osnabrück.[23][24][25][26] Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet, da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen. ¹bis 2021: Unabhängige Wähler Gemeinschaft (UWG), seit 2021: Unabhängige Wähler Bissendorf (UWB) | |||||||||||||||||||
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Bissendorf ist seit 2001 Guido Halfter (parteilos). Er trat nach der Kommunalwahl 2006 seine zweite Amtszeit an. Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 12. September 2021 wurde er als Amtsinhaber mit 76,7 % der Stimmen erneut wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,7 %.[27] Halfter trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2021 an.
Halfter (* 21. Juli 1964 in Osnabrück) wuchs in Schledehausen auf, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Von 1981 bis 1984 machte er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und von 1989 bis 1996 die Ausbildung für den allgemeinen gehobenen Verwaltungsdienst, beides in der Gemeinde Bissendorf. Nachdem er 1995 sein Abitur nachgeholt hatte, studierte er seit 1996 Wirtschaftswissenschaften und war von 1996 bis 2001 Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes der Gemeinde Bissendorf.
- seit 2001 Guido Halfter (parteilos)
- 1996–2001 Georg Harcke,[28] erster hauptamtlicher Bürgermeister
- 1991–1996 Kurt Schwarzmann (SPD)
- 1981–1991 Wilhelm Wiesehahn (CDU)
- 1972–1981 Kurt Schwarzmann (SPD)[29]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Von Gold (Gelb) und Schwarz gespalten; rechts drei zwei zu eins gestellte schwarze Wolfsangeln, links ein gold- (gelb-)gekrönter Löwe.“[30] | |
| Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1975 vom Regierungspräsidenten in Osnabrück verliehen. Die Wolfsangeln wurden aus dem Wappen der früheren Gemeinde Schledehausen (genehmigt vom Niedersächsischen Minister des Innern Richard Borowski am 8. Februar 1951) übernommen, dem ursprünglichen Wappen der Edelherren von Sledesen (Schledehausen, ~1100–1396), die als bischöfliche Ministerialen in der frühen Osnabrücker Geschichte eine bedeutende Position innehatten. Der silberne Löwe entstammt dem Familienwappen der Ritter von Bissendorf und der früheren Gemeinde Bissendorf. Die Entstehung der neuen Gemeinde Bissendorf wird durch diese Wappenzusammenfügung auch symbolisch zum Ausdruck gebracht. |
Flagge
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Die Flagge der Gemeinde Bissendorf zeigt in zwei gleich breiten Streifen von oben nach unten die Farben Schwarz und Gold, in dem schwarzen und goldenen Streifen je zur Hälfte übergreifend das Gemeindewappen.
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]siehe auch: Liste der Baudenkmale in Bissendorf
- Die Schelenburg: Wasserburg aus dem 11. Jahrhundert, seit dem 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance in Schledehausen
- Schloss Ledenburg: Wasserschloss von 1627 bei Nemden
- Gut Stockum: Rittergut von 1259, seit 1982 Reiterhof mit Reitschule, 3 km nördlich von Bissendorf nahe dem Natberger See
- Holter Burg: Ruine der 1147 zerstörten Höhenburg
- Großsteingrab Jeggen im Ortsteil Jeggen und ein weiteres im Ortsteil Wulften
- Meyerhof Schledehausen: Herrenhaus in Schledehausen
- Hohe Leuchte Schledehausen: Fachwerkhaus steht unter Denkmalschutz, Baujahr ca. 1608
- Katholische Pfarrkirche St. Dionysius, 1894–1895 von Alexander Behnes im neugotischen Stil erbaut
- Evangelische und katholische Laurentiuskirche in Schledehausen

Infrastruktur und Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Straßenverkehr
Bissendorf ist über die Bundesautobahn A 30, die das Gemeindegebiet in West-Ost-Richtung durchquert, angebunden. Anschlussstellen befinden sich im Gemeindeteil Bissendorf sowie an der westlichen Gemeindegrenze bei Natbergen.
- Schienen- und Busverkehr
Der Bahnhof Wissingen im gleichnamigen Bissendorfer Gemeindeteil liegt an der Bahnstrecke Löhne–Rheine. Im Personennahverkehr verkehrt hier im Stundentakt die RB 61 Wiehengebirgsbahn Hengelo–Rheine–Osnabrück–Herford–Bielefeld. Im Bahnverkehr gilt der Niedersachsentarif. Der Westfalentarif kommt in Bissendorf nicht zur Anwendung, im NRW-Tarif sind nur Pauschalangebote gültig.
Regionalbusse verbinden Bissendorf mit Osnabrück und Melle. Im Busverkehr des Landkreises Osnabrück gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS).

Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Grundschulen in Bissendorf mit Sprachheilklassen, Schledehausen und Wissingen
- Oberschule am Sonnensee mit gymnasialem Zweig Bissendorf
Söhne und Töchter der Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Philipp Sextro (1746–1838), Theologe, geboren in Bissendorf
- Rudolf Brockmann (1761–1814), Offizier, Landvermesser, Gutsbesitzer und Abgeordneter
- Eduard von Schele zu Schelenburg (1805–1875), Ministerpräsident des Königreiches Hannover, geboren auf Burg Schelenburg
- Johann Adam Schürmann (1809–1852), Pastor und Missionar in Benares (Indien), Sprachwissenschaftler, Hindi, Urdu
- Clamor Wilhelm Schürmann (1815–1893), Pastor und Missionar in Australien, Sprachwissenschaftler, Aborigines Sprachen[31]
- Balduin von Schele (1836–1903), Politiker, geboren auf der Schelenburg.
- Hermann Wamhoff (1849–1915), Politiker, geboren in Natbergen.
- Karl Sommer (* 1932), Agrarwissenschaftler, geboren in Natbergen.
- Isolde Saalmann (* 1943), Politikerin, geboren in Bissendorf
- Michael Piwowarski (* 1948), Fußballspieler*
- Bastian Beyer (* 1986), Schauspieler
- Rahel Sophia Süß (* 1987), Politikwissenschaftlerin, geboren in Bissendorf
- Aaron Reckers (* 1989), Eishockeyspieler, geboren in Bissendorf
- Johannes Floors (* 1995), Leichtathlet, geboren in Bissendorf.
- Julius Römer (* 1995), Schauspieler, geboren in Bissendorf.
- Rieke Dieckmann (* 1996), Fußballerin, Weltmeisterin mit der deutschen U20-Auswahl 2014, geboren in Bissendorf.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern – Das Osnabrücker Land III. Band 44. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0313-0
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
- ↑ Hauptsatzung der Gemeinde Bissendorf vom 25.06.2015 (PDF; 66 kB), hier § 8. bissendorf.de, abgerufen am 5. Juni 2021.
- ↑ Zahlen, Daten, Fakten. In: bissendorf.de. Abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Wierau (Schiedehausen) | ALLE ANGELN. Abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Linner See | ALLE ANGELN. Abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Ein wahres Geschenk – der Sonnensee. Abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Angeln in Bissendorf | ALLE ANGELN. Abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Maßnahmenumsetzung im Bissendorfer Moor | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Archiviert vom am 2. Januar 2026; abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ https://nibis.lbeg.de/cardomap3/
- ↑ Landkreis Osnabrück. 21. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ https://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/
- ↑ Überschwemmungsgebiete sind kein Abenteuerspielplatz! Abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Bissendorf greift. Abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Geologische Karte von Niedersachsen 1: 50 000 – Grundkarte (GK50) | Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie. Archiviert vom am 22. Dezember 2025; abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Grundwasser im Lockergestein | Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Archiviert vom am 30. Dezember 2025; abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Grundwasser | Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie. Archiviert vom am 3. Januar 2026; abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Johanna Kollorz: Hoher Besuch am Berge zu Bissendorf. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 3. April 2014, abgerufen am 21. Februar 2023.
- ↑ Michael Rademacher: Osnabrueck. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 259.
- ↑ Regionaldatenbank Niedersachsen. Landesamt für Statistik Niedersachsen, abgerufen am 27. Juni 2025.
- ↑ Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. 17. Dezember 2010, S. 29–31, abgerufen am 31. Mai 2023.
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
- ↑ Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001. ( vom 25. Mai 2005 im Internet Archive; PDF; 516 kB)
- ↑ Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). (PDF; 8,0 MB) Landkreis Osnabrück, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. März 2016; abgerufen am 6. März 2016 (S. 74 Spalte „Gemeindewahlen“).
- ↑ landkreis-osnabrueck.de (PDF; 16 MB)
- ↑ Amtliches Endergebnis: Wahldokumentation Kreiswahl 12. September 2021. Landkreis Osnabrück, Kreiswahlleitung, S. 57, abgerufen am 12. Januar 2022.
- ↑ Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen ( vom 3. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 8. November 2014.
- ↑ Marita Schulte war 32 Jahre die rechte Hand der Bissendorfer Bürgermeister. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 4. April 2013; abgerufen am 25. September 2018.
- ↑ Bissendorf: Kurt Schwarzmann hat jetzt eine Straße. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 1. November 2017; abgerufen am 25. September 2018
- ↑ Hauptsatzung der Gemeinde Bissendorf
- ↑ Shane Desiatnik: Australian Jewish News. In: Ghil’ad’s Indigenous language game changer. 12. Juli 2018, abgerufen am 13. Juli 2018 (englisch).


