Eisenbahnunfall von Adamuz
| Eisenbahnunfall von Adamuz | |
|---|---|
| Ort | Adamuz (Provinz Córdoba), |
| Datum | 18. Januar 2026 |
| Uhrzeit | 19:45 MEZ |
| Todesopfer | 45 |
| Verletzte | 150 |
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Der Eisenbahnunfall von Adamuz ereignete sich am 18. Januar 2026 auf der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla in Spanien. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten an der Überleitstelle Adamuz in der Provinz Córdoba, wobei 45 Menschen ums Leben kamen und rund 150 weitere verletzt wurden. Die Ursache des Unfalls ist Gegenstand von Ermittlungen. Bei ersten Erhebungen wurde ein Schienenbruch an einer Schweißnaht gefunden.
Unfallverlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der erste in den Unfall verwickelte Zug, ein Triebzug 109 012 vom Typ ETR 1000 der Intermodalidad de Levante, war als Zug Iryo 6189 auf dem Weg von Málaga nach Madrid. Kurz nach dem Halt in Córdoba entgleiste er gegen 19:45 Uhr Ortszeit auf gerader Strecke im Bereich der Überleitstelle Adamuz.[1] Fahrgäste berichteten von heftigen Vibrationen kurz zuvor.[2] Die letzten drei Wagen[3] gerieten in den Lichtraum des Gegengleises. Es befanden sich nach Angaben von Iryo 289 Passagiere sowie vier Zugbegleiter und ein Lokführer an Bord,[4] nach anderen Angaben 317 Fahrgäste.[1]
Der auf dem Gegengleis von Madrid nach Huelva mit 200 km/h fahrende Zug, Alvia 2384 der Renfe, – bestehend aus Triebzug 120 361 der RENFE-Baureihe 120, mit etwa 100 Fahrgästen an Bord – prallte auf die entgleisten Wagen des Iryo-Zuges:[2] Die vorderen beiden Wagen entgleisten und rutschten eine vier Meter tiefe Böschung hinab;[5][3] die meisten Toten und Verletzten waren in diesen Wagen.[6] Der Lokführer des zweiten Zuges kam ums Leben.[2]
Untersuchung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente ereignete sich der Unfall auf einem geraden Gleisabschnitt, der im Mai 2025 renoviert worden war. Es seien 700 Millionen Euro in diese Trasse investiert worden, die sich „in einwandfreiem Zustand“ befand. Der entgleiste Iryo-Zug war mit nur vier Jahren relativ neu.[7] Puente bezeichnete den Unfall als „seltsam und schwer zu erklären“.[8] Der Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde bis auf Weiteres eingestellt.
Am 19. Januar schloss der Präsident der Renfe, Álvaro Fernández Heredia, menschliches Versagen und überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache aus, da beide Züge unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gefahren waren. In den letzten Jahren hatte der Störungsdienst von Adif verschiedene Zwischenfälle und Verspätungen im Bereich der Katastrophe gemeldet.[9] Zwei Tage nach dem Unglück, am 20. Januar, ordnete der Bahninfrastrukturbetreiber Adif auch vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona an. Die Maßnahme erfolgte aus Sorge um den Zustand der Gleisanlagen, nachdem Lokführer wiederholt auf zunehmende Vibrationen und Abnutzungserscheinungen hingewiesen hatten.[10]
Am Tag nach dem Unfall nahm die Comisión de Investigación de Accidentes Ferroviarios als zuständige Untersuchungsbehörde ihre Arbeit auf.[11] Bei einer ersten Sichtung am Gleis wurde ein Schienenbruch gefunden.[12] Ein Bruch der Schweißnaht an dieser Stelle ist wahrscheinlich. Noch ist ungeklärt, ob dies die Unfallursache war.[12][13]
Opfer und Einordnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Behörden berichteten am 22. Januar von 45 Todesfällen und 150 Verletzten, 29 von ihnen waren noch in krankenhäuslicher Behandlung, davon 7 auf Intensivstation in kritischem Zustand.[14]
Das letzte Unglück dieser Art in Spanien war der Eisenbahnunfall von Santiago de Compostela im Juli 2013.[6] Ein Hochgeschwindigkeitszug entgleiste bei überhöhter Geschwindigkeit in einem Gleisbogen und rutschte von der Strecke. 80 Menschen kamen ums Leben.
Nur drei Tage nach dem Unglück ereignete sich ein weiteres tödliches Unglück im spanischen Zugverkehr, in Katalonien, nahe Barcelona. Ein Regionalzug wurde durch eine umgefallene Mauer aus den Schienen gehoben. Der Triebfahrzeugführer starb, einige Passagiere wurden verletzt. Im Zuge der Unglücke riefen mehrere spanischen Gewerkschaften zum Streik auf.[15]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b ¿Qué se sabe del descarrilamiento de dos trenes de alta velocidad en Córdoba? Causas, heridos y última hora. In: rtve.es. RTVE, 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026 (spanisch).
- ↑ a b c Diario AS Actualidad: ¿Qué se sabe del accidente de los dos trenes en Córdoba? Lo que se conoce sobre las posibles causas del descarrilamiento de Adamuz. 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026 (spanisch).
- ↑ a b Laura Sharman, Tim Lister, Sana Noor Haq: High-speed train crash kills dozens in Spain, many more injured. In: CNN. Abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Comunicado de prensa: Pressemitteilung von iryo. Abgerufen am 19. Januar 2026
- ↑ At least 39 people dead after two high-speed trains collide in Spain. In: www.itv.com. Abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b High-speed train crash in Spain kills at least 39. BBC, 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026 (britisches Englisch).
- ↑ M. C. Cruz, D. Herrero, A. Ayouso: Al menos 40 muertos y más de cien heridos al descarrilar dos trenes de alta velocidad en la localidad cordobesa de Adamuz. 18. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026 (spanisch).
- ↑ EFE: Óscar Puente califica de “raro y difícil de explicar” el accidente ferroviario de Córdoba. 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026 (spanisch).
- ↑ El presidente de Renfe descarta como causa el exceso de velocidad y apunta a Iryo o a la infraestructura. 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026 (spanisch).
- ↑ Nina Lopez und Michael Francis Gore: Spain orders speed limit on Madrid-Barcelona line in wake of deadly train crash. In: Reuters. 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Comisión de Investigación de Accidentes Ferroviarios: Expediente 08/2026. Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible, 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026 (spanisch).
- ↑ a b Warum brach ein Stück Gleis in Adamuz? Mehrere Theorien zum Zugunglück in Spanien. Abgerufen am 22. Januar 2026.
- ↑ Reuters: Exclusive: Investigators find broken joint on track at Spanish rail crash site, source says. Abgerufen am 20. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Última hora del accidente de tren en Córdoba, y del choque de Rodalies en Barcelona | Los 45 fallecidos en el accidente de Adamuz ya han sido identificados. El País, 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026 (spanisch).
- ↑ Stephen Burgen: Spain’s rail network under scrutiny after second deadly crash in three days. In: The Guardian. 21. Januar 2026, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 22. Januar 2026]).
Koordinaten: 38° 0′ 39″ N, 4° 33′ 52″ W
