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Mark 81

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Mark 81


Mark 81-Bomben an einer A-4 „Skyhawk“

Allgemeine Angaben
Bezeichnung: Mark 81, Mk 81, Mk. 81, Firecracker
Typ: Sprengbombe
Herkunftsland: Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Entwicklung: 1950er-Jahre
Indienststellung: 1960er-Jahre
Einsatzzeit: im Dienst
Technische Daten
Gefechtsgewicht: 111–136 kg
Länge: 1,078–1,678 m
Durchmesser: 228 mm
Spannweite: 320 mm
Ausstattung
Gefechtskopf: 45,4 kg Tritonal oder H-6
Zünder: Aufschlagzünder, Näherungszünder, Verzögerungszünder
Waffenplattformen: Kampfflugzeuge, Bomber
Liste von Bomben nach Herkunftsnation

Die Mark 81 (oder einfach Mk 81) ist eine Freifallbombe die in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde. Sie ist die leichteste Bombe der Mk-80-Serie und wird noch heute produziert.

Die Mark 81 entstand Anfang der 1950er-Jahre im Rahmen der Entwicklung der Mk-80-Serie-Bomben. Im Zuge der Entwicklung entstanden die Bomben Mark 81 (111 kg), Mark 82 (231 kg), Mark 83 (421 kg) und Mark 84 (894 kg). Ende der 1950er-Jahre wurden die ersten Bomben für Tests und die Truppenerprobung ausgeliefert. Danach wurden die Entwürfe nachgebessert, woraufhin die Massenproduktion startete. In den frühen 1960er-Jahren wurde die Mark 81 an die Streitkräften der Vereinigten Staaten geliefert. Später wurde die Mark 81 auch an andere Staaten exportiert. Der erste Einsatz erfolgte während des Vietnamkriegs. Die Mark 81-Bombe wird noch heute in den Vereinigten Staaten auf Anfrage sowie im Lizenzbau in weiteren Staaten produziert.[1][2]

Mark 81-Bombe mit Snake Eye-Bremsmechanismus

Das Nominalgewicht der Mark 81-Bombe beträgt 250 Pfund (113 kg). Tatsächlich bewegt sich das Gewicht zwischen 111 und 136 kg, je nachdem welche Zünder und was für Heckteile verwendet werden. Die Mark 81-Bombe hat einen stromlinienförmigen Körper mit einer ogiven Spitze. Der Bombenkörper besteht aus Schmiedestahl, hat einen Durchmesser von 228 mm und eine Länge von 1,078 m (ohne Zünder und Heckteil). Hinten am Bombenkörper können verschiedene Heckteile montiert werden. Standardmäßig wird das MAU-94-Heckteil mit vier trapezförmigen Stabilisierungsflächen montiert. Dieses hat eine Länge von 60 cm, wiegt 6,4 kg und die Stabilisierungsflächen haben eine Spannweite von 320 mm. Bis in die 1990er-Jahre wurde auch der Mark 14 Snake Eye-Bremsmechanismus mit vier kreuzförmig ausklappenden Luftbremsen verwendet. Mit dem Mark 14-Heckteil wiegt die Bombe 136 kg. Die Bomben der United States Air Force sind mit 45,4 kg Tritonal befüllt. Bei den Bomben der United States Navy und dem United States Marine Corps wird H-6 (Hexogen und TNT) verwendet. Der Mk 81-Bombenkörper hat entweder einen grauen oder olivgrünen Anstrich. Bezündert ist die Mk 81-Bombe mit einem Kopf- und/oder Heckzünder. Dafür sind an der Bombenspitze und am Heck jeweils Vertiefungen einem Gewinde angebracht. Es können verschiedene Aufschlagzünder, Näherungszünder oder Verzögerungszünder verwendet werden. Letztere werden nur im Bombenheck eingesetzt. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten verwenden ursprünglich den mechanischen M904-Aufschlagzünder oder die M990 und M905-Verzögerungszünder. Weiter kann an der Bombenspitze das knapp 1 m lange M1A1-36-Verlängerungsrohr an den an Aufschlagzünder montiert werden. Mit diesem als Daisy Cutter bezeichneten Zünder explodieren die Bomben dicht über dem Boden und haben so eine optimale Flächenwirkung. Aktuell werden die Mehrzweckzünder M913, FMU-139, FMU-152 oder der FMU-113-Radar-Näherungszünder verwendet. Unter den Zündern kann in einer Vertiefung zusätzlich eine Verstärkerladung mit TNT oder Tetryl geladen werden. Am Bombenkörper sind 356 mm-Bombenschlösser (14 inch) angebracht.[1][3][4][5][6][7][8][9][10]

Die Mark 81-Bombe wird auch als Gefechtskopf für Präzisionsbomben und Gleitbomben wie LGK-1, LIZARD, GBU-58 Paveway II, GBU-59 Paveway II, AASM, Spice, Umbani sowie weiteren Modellen verwendet.[11][12][13]

Einsatz & Wirkung

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Die Mark 81-Bombe ist eine aerodynamisch optimal geformte Mehrzweckbombe. Im englischen Sprachgebrauch wird sie auch englisch Low-Drag, General-Purpose (LDGP) bezeichnet. Die Bombe kann von einer Vielzahl von Kampfflugzeuge und Bombern abgeworfen werden. Die Bombe kann gegen ein breites Zielspektrum eingesetzt werden. Für den Abwurf aus mittlerer und großer Flughöhe wird das MAU-94-Heckteil mit vier Stabilisierungsflächen verwendet. Für den Abwurf aus dem Sturzflug und Tiefflug wurde am Bombenheck der Mark 14 Snake Eye-Bremsmechanismus montiert. Durch diesen wurde der Fall der Bombe abgebremst, so dass sich bei deren Detonation das Flugzeug nicht mehr im Gefahrenbereich befindet. Die Mark 81 kann aus einer Flughöhe von 15 bis über 15.240 m sowie in einem Geschwindigkeitsbereich von 278 bis rund 1.200 km/h abgeworfen werden. Dabei kann das Lastvielfache maximal 5 g betragen.[1][4][6][8][14]

Nach dem Abwurf aus großer Höhe kann die Mark 81-Bombe rund 40 cm Beton oder 2,5 cm Stahl durchschlagen bevor sie detoniert. Explodiert die Mark 81 mit dem Aufschlagzünder auf normalem Erdreich, so erzeugt die Bombe einen Explosionskrater mit einem Durchmesser von rund 1,9 m und einer Tiefe von rund 0,6 m. In 16 m Entfernung zum Ground Zero beträgt der Druck der Detonationswelle 0,70 Bar (70 kPa) und in einer Entfernung von 31 m noch 0,24 Bar (24 kPa). Dringt die Mark 81 ins Erdreich ein und wird mit dem Verzögerungszünder zur Explosion gebracht, entsteht ein Explosionskrater mit 4,6 m Durchmesser und 3,7 m Tiefe. Bei der Explosion zerlegt sich der dünnwandige Bombenkörper in scharfkantige Splitter mit einem Gewicht von 0,2 bis 19 g, die sich mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 670 bis 2.286 m/s ausbreiten. Diese haben gegen ungepanzerte Fahrzeuge und lebende Ziele einen Wirkungsradius von rund 50 m. Einzelne Bombensplitter können bis in eine Entfernung von 150 m schwere oder tödliche Verletzungen verursachen.[14][15][16][17][18][19]

Status und Verbreitung

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Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten setzten die Mark 81 erstmals während des Vietnamkriegs ein. Dabei kamen die Bomben überwiegend zur Luftnahunterstützung zum Einsatz. Von den Piloten wurde die Mark 81 aufgrund ihrer geringen Sprengkraft scherzhaft „Firecracker“ genannt. Auch das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten erachtete die Wirkung der Mark 81 als unzureichend, woraufhin zur schwereren Mark 82 gewechselt wurde. Heute wird die Mark 81 überwiegend von COIN-Flugzeugen eingesetzt oder als Gefechtskopf für Präzisions- und Gleitbomben eingesetzt. Bei den Streitkräften der Vereinigten Staaten wird die Mark 81 noch zum Training verwendet. Daneben befindet sich die Bombe bei verschiedenen NATO-Staaten sowie bei weiteren Streitkräften im Dienst.[1][20][21]

Commons: Mark 81 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c d Robert Hewson: Jane’s Air launched Weapon 2003. Jane’s Information Group, 2003, S. 555–557.
  2. Bulletpicker.com: Design and Development History of U.S. Aircraft Bombs With Applications for Development of Advanced Bomb Systems (PDF; 13 MB)
  3. Bulletpicker.com: Bomb, 250 lb GP, Mk 81
  4. a b Bulletpicker.com: TM-9-1325-200 BOMBS AND BOMB COMPONENTS
  5. Fas.org: Mk 81 (Archivlink)
  6. a b Izvoznookno.si: Bombs, Rockets, Ammunition and Fuzes (PDF; 2,7 MB)
  7. Csd.ind.br: MK80 Series General Purpose Aircraft Bombs
  8. a b Airwar.ru: Мк.81/82/83/84
  9. Globalsecurity.org: United States Bureau of Naval Weapons - Aircraft Bombs, Fuzes and Associated Components (PDF; 0,8 MB)
  10. Aeqdefense.com: GENERAL PURPOSE BOMBS
  11. Armamentresearch.com: Guidance kits for Mark 80 series air-delivered bombs
  12. Aselsan.com: LGK-81
  13. Gouv.fr: Soutien de la France à l’Ukraine : plus de 1 milliard d’euros supplémentaire en 2024
  14. a b Ordtech-industries.com: Mk81 250 Lbs Aircraft Bomb
  15. Dtic.mil: Mk 81 and MK 82 Bomb Release Curves. (PDF; 25 MB)
  16. Dtic.mil: Safe Arming Times for MK 81, MK 82, MK 83, MK 84 and M117 Low Drag Bombs. (PDF; 10 MB)
  17. Af.mil: Ground Attack. (PDF)
  18. Gichd.org: EXPLOSIVE WEAPON EFFECTS (PDF; 3,8 MB)
  19. Article36.org: Areas of harm - Understanding explosive weapons with wide area effects (PDF; 1,9 MB)
  20. Army.mil: Bombs
  21. Jeremy Flack: Lenk- und Abwurfwaffen der NATO-Luftwaffen. Motorbuch Verlag 2005, S. 79.