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Peter Radunski

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Peter Radunski, 1989

Peter Radunski (* 13. März 1939 in Berlin; † 19. Januar 2026[1] ebenda) war ein deutscher Politiker (CDU) und Politikberater. Er war von 1991 bis 1995 Senator für Bundes- und Europaangelegenheiten und von 1996 bis 1999 Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin. Außerdem war er von 1999 bis 2001 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.[2]

Ausbildung und Berufstätigkeit

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Radunski machte 1958 sein Abitur an der Friedrich-Ebert-Schule in Berlin. Von 1958 bis 1967 studierte er Rechtswissenschaften, Geschichte, Romanistik sowie Politische Wissenschaften in Berlin, Bonn und Straßburg. Im Jahr 1967 absolvierte er seine Diplom-Prüfung am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.[2]

Berufstätigkeit

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Neben seinem Studium arbeitete er von 1964 bis 1968 als Presse- und Grundsatzreferent im Bundesvorstand des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS), von 1965 bis 1967 dann als Referent des Berlin-Besucherdienstes im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen. Im Jahr 1967 wurde er der erste hauptamtliche Bundesgeschäftsführer des RCDS. Anschließend war er von 1967 bis 1969 stellvertretender Leiter des Wissenschaftlichen Instituts der Konrad-Adenauer-Stiftung. Nach dieser Tätigkeit arbeitete er als Referatsleiter für politische Grundsatzfragen im hessischen Landesverband der CDU. Von 1971 bis 1973 war er Abteilungsleiter zur besonderen Verwendung in der CDU-Bundesgeschäftsstelle. Anschließend war er von 1973 bis 1981 als Leiter der Hauptabteilung III Öffentlichkeitsarbeit in der CDU-Bundesgeschäftsstelle Bonn tätig. Von 1981 bis 1991 war er der Bundesgeschäftsführer der CDU, bis er 1991 zum Senator des Landes Berlin ernannt wurde. Im Jahr 1992 bekam er einen Lehrauftrag am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin zum Thema Wahlkampforganisation. Des Weiteren hatte er 1995 eine Gastprofessur für Politikwissenschaft bei der Universität Innsbruck.[2]

Peter Radunski trat während seines Studiums 1961 in den RCDS ein. Vier Jahre später im Jahr 1965 trat er der CDU und Jungen Union bei. Während seines Studiums an der Freien Universität Berlin war er Teil der K-Gruppe (Gruppierung des rechten Flügels der CDU) zusammen mit Peter Kittelmann, Eberhard Diepgen, Klaus-Rüdiger Landowsky, Heinrich Lummer und anderen.

Von 1982 bis 1990 war Radunski Mitglied des ZDF-Fernsehrates, von 2001 bis 2003 Mitglied des Rundfunkrates des SFB (Berlin). Seit 2005 war er Mitglied im Beirat der Zeitschrift politik&kommunikation, der Zeitschrift für Politikberatung und der Initiative ProDialog.

Öffentliche Ämter

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1991 wurde er zum Senator für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Berlin ernannt. Anschließend war er von 1996 bis 1999 Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur und Mitglied des Bundesrates als Stimmführer Berlins sowieso Mitglied im Vermittlungsausschuss. Nach seinem Rücktritt als Senator aus gesundheitlichen Gründen war er von 1999 bis 2001 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Als Wissenschaftssenator war er Initiator der Hochschulverträge, die heute Grundlage der Beziehungen zwischen vielen Landesregierungen und ihren Hochschulen sind. Als Kultursenator veröffentlichte er eine umfassende Bilanz der Berliner Kulturpolitik (Kreisepapier). Er war Vorsitzender in vielen Stiftungs- und Aufsichtsräten, u. a. Preußische Schlösser und Gärten, Topographie des Terrors, Stadtmuseum, Berlinische Galerie und Bröhan-Museum. Außerdem war er Vorsitzender in den Kuratorien aller Berliner Universitäten und Fachhochschulen.[3]

Politikberatung

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Radunski war von 1983 bis 1992 Mitglied im Politischen Büro der Europäischen Volkspartei (EVP). Außerdem leitete er von 1987 bis 1996 die Wahlkampfkommission der Europäischen Demokratischen Union. Er managte alle Bundestags- und Europawahlkämpfe der CDU von 1976 bis 1990. Radunski gestaltete von der Bundesgeschäftsstelle aus fast alle Landtagswahlen der CDU der siebziger und achtziger Jahre mit.

Als Senior Consultant bei Publicis beriet er von 2001 bis 2009 u. a. folgende Ministerpräsidenten: Erwin Teufel (Baden-Württemberg), Georg Milbradt (Sachsen), Wolfgang Böhmer (Sachsen-Anhalt) und Christian Wulff (Niedersachsen). Außerdem beriet er die CDU-Landesverbände Berlin, Bremen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern bei ihren Landtagswahlen. Von 2002 bis 2004 beriet Radunski in Mittel- und Osteuropa die neuen demokratischen Parteien zur Vorbereitung der Europawahlen, u. a. in Ungarn, Polen, Estland, Litauen, Tschechien und Slowakei.[3]

Teils anerkennend, teils polemisch wurde Radunski in Berliner Medien zu seiner Zeit als Senator als „Kugelblitz“ und „Zigeunerbaron“ tituliert.[4][5] Letztere Bezeichnung bekam er von Claus Peymann, dem Direktor des Wiener Burgtheaters.[6][7]

Im Jahr 2009 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Commons: Peter Radunski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Früherer Berliner Senator Peter Radunski im Alter von 86 Jahren gestorben. In: rbb24.de. 20. Januar 2026, abgerufen am 20. Januar 2026.
  2. a b c Tabellarischer Lebenslauf: Peter Radunski. Konrad-Adenauer-Stiftung, 6. März 2014, abgerufen am 25. August 2020.
  3. a b Peter Radunski, Geschichte. Konrad-Adenauer-Stiftung, 12. März 1939, abgerufen am 25. August 2020.
  4. Axel Bahr: Senatoren im Tagesspiegel-Test - Peter Radunski lag mehr die Kultur und weniger die Wissenschaft am Herzen. In: Der Tagesspiegel. 8. Oktober 1999, abgerufen am 25. August 2020.
  5. Dirk Krampitz: Im Palast der Sehnsüchte. In: Die Welt. 6. August 2006, abgerufen am 25. August 2020.
  6. Ralph Bollmann: Zigeunerbaron, letzter Vorhang. In: taz. die tageszeitung, 12. Oktober 1999.
  7. Frederik Hanssen: Komische Oper Berlin: Es war einmal in Kakanien. In: Tagesspiegel, 7. Juni 2021.