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Sao Shwe Thaik

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Sao Shwe Thaik (1948)

Sao Shwe Thaik (Shan: ၸဝ်ႈၶမ်းသိူၵ်ႈ, Tsaw³ Kham⁴soek³; Birmanisch: စဝ်ရွှေသိုက်; * 16. Oktober 1895 in Britisch-Indien; † 21. November 1962 in Rangun) war ein burmesischer Politiker, der als erster Präsident der Union von Burma und letzter Saopha von Yawnghwe (ein Gebiet im Shan-Staat) amtierte. Sein vollständiger königlicher Titel lautete Kambawsarahta Thiri Pawaramahawuntha Thudamaraza. Er gehörte der Minderheit der Shan an.

Shwe Thaik besuchte die Shan Chiefs School in Taunggyi. Während des Ersten Weltkriegs trat er in den britischen Militärdienst ein und von 1920 bis 1923 diente er im Northeast Frontier Service. Im September 1927 wurde er vom Ministerrat der Vereinigten Shan-Staaten zum Nachfolger seines Onkels als Saopha (Herrscher) von Yawnghwe gewählt. Am 8. März 1929 trat er offiziell sein Amt an. Von 1939 bis 1942 diente er erneut in der Armee. Er war fünfmal verheiratet und der Vater von 11 Kindern.[1]

Vor der Unabhängigkeit war er gemeinsam mit Aung San an der Panglong-Vereinbarung beteiligt, welche die Grundlage für die Staatsgründung unter der Beteiligung der Interessen der ethnischen Minderheiten legte. Sao Shwe Thaik wurde am 4. Januar 1948 bei der Unabhängigkeit Präsident der Union von Burma und war bis zum 16. März 1952 Staatsoberhaupt. In seiner ersten Ansprache als Präsident betonte der selbst einer Minderheit angehörende Sao Shwe Thaik die Einigkeit der multiethnischen Nation. Nach seiner Amtszeit als Präsident war er von 1950 bis 1962 Sprecher der Kammer der Nationalitäten, dem Oberhaus des Parlaments.[1]

In den Jahren nach der Unabhängigkeit wurde Burma von ethnischen Unruhen und politischer Instabilität erschüttert, da Autonomieverprechen gegenüber den Minderheiten nicht eingehalten wurden. Als Sprecher der Kammer der Nationalitäten war er an der Ausarbeitung eines Gesetzes beteiligt (Shan federal proposal), welches Burma in eine tatsächliche Föderation umwandeln sollte. Der Entwurf besorgte jedoch das Militär, das den Plan als Schritt zur Aufspaltung des Landes ansah. Offenbar war es auch der Grund für den folgenden Militärputsch, der Sao Shwe Thaik das Leben kostete.[1]

Beim Militärputsch im März 1962 wurde er vom Revolutionsrat der Union unter der Führung von General Ne Win verhaftet und starb im November 1962 im Gefängnis. Einer seiner Söhne, damals 17 Jahre alt, wurde beim Militärputsch im März 1962 getötet und war offenbar das einzige Opfer am Tag des Putsches.[2] Seine ehemalige Residenz in Nyaung Shwe (Yawnghwe), die Haw, ist heute ein Museum und für die Öffentlichkeit zugänglich.[1]

Commons: Sao Shwe Thaik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c d SAO SHWE THAIK: In Memory Of An Outstanding Shan Statesman. Abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch).
  2. Donald M. Seekins (2006). Historical Dictionary of Burma (Myanmar). Rowman & Littlefield. S. 410–411. ISBN 978-0-8108-54765.