Ujjain
| Ujjain उज्जैन | ||
|---|---|---|
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| Staat: | ||
| Bundesstaat: | Madhya Pradesh | |
| Distrikt: | Ujjain | |
| Subdistrikt: | Ujjain | |
| Lage: | 23° 11′ N, 75° 47′ O | |
| Höhe: | 490 m | |
| Fläche: | 92,68 km² | |
| Einwohner: | 515.215 (2011)[1] | |
| Bevölkerungs- dichte: |
5559 Ew./km² | |
Ujjain (Hindi उज्जैन) ist eine ca. 650.000 Einwohner zählende Großstadt in der ehemaligen Region Malwa im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Sie gehört zu den sieben „heiligen Städten“ Indiens; wie in Nashik, Prayagraj und Haridwar findet hier alle 12 Jahre eine Kumbh Mela statt.
Lage und Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ujjain liegt auf dem Malwa-Plateau am Fluss Shipra ca. 192 km (Fahrtstrecke) westlich von Bhopal bzw. ca. 56 km nördlich von Indore in einer Höhe von ca. 490 m. Das Klima ist warm bis heiß; Regen (ca. 800–1000 mm/Jahr) fällt nahezu ausschließlich in den sommerlichen Monsunmonaten.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Infolge des anhaltenden Bevölkerungswachstums in weiten Teilen Nordindiens und durch Zuwanderung ist die Einwohnerzahl der Stadt in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen:
| Jahr | 1991 | 2001 | 2011 |
| Einwohner | 362.266 | 431.162 | 515.215[2] |
Die Bevölkerung von Ujjain besteht hauptsächlich aus Hindus (ca. 77,5 %), Moslems (knapp 19 %) und Jains (ca. 2,5 %); kleine Minderheiten bilden Sikhs, Christen und Buddhisten. Wie bei Volkszählungen in Indien üblich übersteigt der männliche Bevölkerungsteil den weiblichen deutlich.[3] Man spricht zumeist Malwi und Hindi.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Traditionell bildet die Landwirtschaft in den Dörfern der Umgebung noch immer die Grundlage allen Wirtschaftens. In der Stadt selbst haben sich Händler, Handwerker und Dienstleister aller Art niedergelassen; außerdem gibt es zahlreiche kleinere Manufakturbetriebe.[4]
Geschichte
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Ausgrabungen nördlich von Ujjain förderten Spuren menschlicher Besiedlung aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. zu Tage; das damalige Avanti-Königreich lag an der Haupthandelsroute von Nordindien nach Mesopotamien und Ägypten. Die Region zählt zu den Wiegen des Hinduismus: Einer Legende zufolge änderte Shiva einst den alten Namen in Ujjaiyini („der mit Stolz erobert“) um seinen Sieg über drei Dämonenbrüder (Tripurasura) herauszustellen. Die antike Stadt war eine Regionalhauptstadt der Maurya; später gehörte sie zum Gupta-Reich; vom ausgehenden 8. bis zum 14. Jahrhundert war Ujjain die Hauptstadt des Paramara-Reiches.
Nach der islamischen Invasion in Nordindien herrschte das Sultanat von Delhi (ab 1344), im 15. und frühen 16. Jahrhundert herrschten die Sultane von Mandu, welches im Jahr 1562 vom Mogulreich unterworfen wurde. Zwischen 1714 und 1737 war Raja Jai Singh II. aus Jaipur dreimal Gouverneur der Stadt; er war auch der Erbauer des Observatoriums. Danach kamen die Marathen und die Scindias; im Jahr 1801 eroberte die in Indore residierende Holkar-Dynastie die Stadt, welche im Jahr 1818 an die Briten fiel.[5]
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bedeutende Bauwerke sind der Mahakaleshwar-Tempel, ein Jyotirlinga (einer der 12 heiligsten Shiva-Tempel), der Harsiddhi Mandir, der Gopal Mandir sowie das Observatorium (Jantar Mantar)[6].
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chashtana (um 60–130), Satrap von Ujjain
- Paramartha (499–565), buddhistischer Mönch und Übersetzer ins Chinesische
- Nagabhata I. (um 700–760), Begründer der Paramara-Dynastie
- Mohan Yadav (* 1965), Politiker und Geschäftsmann, seit 2023 Chief Minister von Madhya Pradesh

