Kommentare 0

18.Februar 2026 – ein Tattoo, Blinklichter, sonstiger Stand

In der ersten Hälfte der Winterferien haben wir eine Praxis für die eigentliche Eröffnung fertig eingerichtet. In der zweiten Hälfte der Winterferien waren wir in Berlin. Damit man nochmal rauskommt, bevor es richtig losgeht. Wir mieteten uns in Friedrichshain ein kleines hippes Hotelzimmer mit Frühstück für die ganze Familie. Wenn wir in Berlin sind versuchen wir uns immer an einem neuen Stadtteil, um das Flair dort möglichst direkt zu kosten. Die Unterschiede sind bislang kleiner, als man denkt. Was uns dieses Mal z.B. sofort auffällt: in Friedrichshain, aber auch im Rest von Berlin wird flächendeckend gegen die Räum- und Streupflicht auf Gehwegen verstoßen. Man stapft durch einen Mulm aus Schnee und Sand. Eventstapfen, so als wäre man in der Sahara und der Antarktis zugleich. So lustig das zunächst ist, weite Strecken sind auf diese Art und Weise zu Fuß in Familie nicht möglich. Einige Berliner haben sich sogar eine Art Schneeketten für Schuhe gekauft.
Der erste Abend führt uns so nur zur relativ nahen East-Side-Galerie bummelnd, wo wir Graffitae fotografieren und gucken, wie die anderen Touristen gucken und danach in ein Hot-Pot-Restaurant. Seit China-Town in London wissen wir, dass es immer ein gutes Zeichen ist, wenn ein asiatisches Restaurant voller asiatischer Kundschaft ist. So war es auch hier. So mit am meisten beneide ich Großstädter ja um ihre gastronomische Vielfalt und Qualität.
Zwei Augustiner aus dem Späti später sind wir alle im Bett.

Am nächsten Vormittag trennt sich die Familie. Der weibliche Teil will in Second-Hand-Läden shoppen und ich hatte einen Termin in Neukölln bei einem brasilianischen Tattookünstler. Das war nämlich eine Erfahrung, die ich in meinem Leben immer mal wieder machen wollte. Tätowiert werden. Erst fand ich aber kein Motiv bzw. war da immer picky bis zum Verwurf, dann war ich zu geizig oder wusste nicht, wie man gut zu einem Könner seiner Kunst kommt. Im vergangenen Jahr zündete die Idee im Bauhaus-Museum Dessau neu. Wie wäre es sich was komplett Abstraktes, vollgeladen mit Bedeutung, die nur ich dechiffrieren kann, tätowieren zu lassen, dachte ich dort so beim mir. Die Ideen dafür flossen nur so aus mir raus und so musste das nun endlich Tatsache werden. Meine leibliche Hülle ist im Verfall befindlich, ich habe das Geld. Es gibt nicht mehr viel Restzeit zur Reue.
Ich begann also eine umfassende Instagram-Recherche und fand in Berlin eine lettische Künstlerin, deren Stil dem Nahe kam, was ich mir so vorstellte. Der nette Austausch, den wir daraufhin hatten, führte aber irgendwie nicht zu einem Ergebnis, das ich mir auf der Haut vorstellen konnte, also brach ich das ab und sie behielt das Geld, das ich für den Entwurf bezahlen musste. Über ihr Profil fand ich allerdings einen anderen Künstler aus Brasilien und heraus, dass der ein Gastspiel in Berlin geben wollte. Also nahm ich dort Kontakt auf, schilderte meine Idee und er war gleich Feuer und Flamme, schließlich kam er auch nach Deutschland, weil er ein großer Bauhaus-Fan ist. Aus meiner ursprünglich eher spartanischen, puristischen Grundidee wurde ein dynamischer, sehr schöner, persönlicher und grafischer Entwurf und daraus ein Appointment für ebenjenen Freitag in den Winterferien.

Ich parkte extra zeitig etwas fern der Anschrift, um auch hier noch etwas Gegend zu Fuß mitzubekommen. Querte die „Sonnenallee“, kaufte mir ein paar Snacks und war dann da. Von Instagram wusste ich, dass das ein großer Laden mit vielen unterschiedlichen Künstlern war. Ich wurde von einem stark tätowiertem Empfangmenschen begrüßt und bald darauf von Thomaz abgeholt. Wir hatten ziemlich schnell eine Wellenlänge und trotz beiderseitig eher mittelgutem Englisch einiges zu reden. Das Studio selbst muss mal eine Art Werkstatt oder kleine Fabrik gewesen sein. Überall gab es kleine Nischen mit je ein bis drei Tattoo-Pritschen. Das Umfeld jeder dieser Liegen war von den Liegenbetreibern mit sehr schönen Bildern, Skateboards, Surfbrettern, Büchern und Kunstgegenständen aller Art dekoriert worden… in der Regel selbst be- oder gemalt. Das war ein bißchen, als ginge man durch eine kleine Indie-Galerie. Sehr interessant, denn es gab nicht nur Tattoo-Kunst zu sehen, wie man vielleicht vermuten würde. Von Thomaz erfuhr ich später, dass die meisten Tattoo-Künstler eher Künstler als Tätowierer sind, aber reine Kunst eben oft brotlos ist. Gemessen an meinen Eindrücken des Tages sind Tattoo-Künstler vor allem superliebe Menschen. In meiner direkten Nachbarschaft tätowierte eine Polin, die augenscheinlich ein Ernährungsproblem hatte und über sehr kunstvoll tätowierten, dünnen blassen Hals verfügte, ihre Klientin unheimlich mitfühlend mit einem fotorealistischen, in Herbstfarben gehaltenem Blumenbouquet. Es gingen im Laufe der Zeit viele Mitarbeiter an meiner Liege vorbei und hatten immer nur nette Worte für mich, meinen Tätowierer und dessen exakte Arbeit übrig. Das war schön. Es ist wohl was dran an der therapeutischen Wirkung von Tattoos.

Für mich war das ja nun die erste Tattoobegegnung überhaupt. Ich hatte mir die Schmerzen vorher unheimlich schlimm vorgestellt. Waren sie dann aber nicht. Waren nur Schmerzen. Mal war es, als wird man in Zeitlupe von einer Katze gekratzt, mal brannte es und manchmal war es wie eine sehr punktuelle „Brennnessel“, die man verabreicht bekommt. Das Ausmalen der farbigen Bereiche war eigentlich am unangenehmsten, was das betrifft. Andererseits liegt man da aber auch auf einer ziemlich unbequemen Pritsche fast sechs Stunden lang recht regungslos auf ein- und derselben Stelle. Das war sehr unangenehm und sorgte für schmerzende Druckstellen an der linken Körperseite, auch wenn es ab und zu Pausen gab. Bei zwei Pausen täuschte ich Harndrang vor, nur um auf dem Klo mal ordentlich pupsen zu können. Das waren die befreiensten Pupse der vergangenen Jahre, denn sie waren redlich über einen längeren Zeitraum angesammelt.
Wir redeten im Laufe der Stundne viel über Brasilien und Europa, lohnende Ziele in Deutschland, den Schnee, antike Philosophie und persönliches Leben, Thomaz beschwerte sich hin und wieder über meine empfindliche Haut, deren Anschwellen oft nicht gut erkennen ließ, ob seine Linien schon exakt genug waren. So wurde es dunkel und ich zum letzten Kunden für heute. Ich bewunderte das Werk im Spiegel und wusste gleich, dass ich dieses Tattoo immer mögen würde. Wegen seiner Entstehung und der Geschichte, die damit verknüpft ist, aber auch wegen dem Tattoo selbst. Der Optik. Ich mag Dinge, die stark interpretierbar sind. Weil Thomaz wegen meiner Haut Zeit dranhängen musste, gab ich ihm neben der Bezahlung noch ein Trinkgeld. Wir wollen in Kontakt bleiben und vielleicht kann er ja in ein oder zwei Jahren Symetrie auf meinem Körper herstellen. Bis dahin trage ich einseitig so eine Art mit meinem Leben aufgeladenen Kandinsky.

Am Tag darauf und nach einer schlecht durchschlafenen Nacht (zu viele Eindrücke, Liegeschmerzen vom Tag und Angst ums suppende Tattoo) reisten wir noch zum Alexanderplatz und besuchten als Familie eine Erlebnisausstellung namens „Ikono“. Das war doch recht unterhaltsam.
Der Schnee taute und Berlin lag im Nebel. Am Brandenburger Tor demonstrierten 20.000 Exiliraner gegen die Mulahs, weswegen wir dort nicht nochmal der Töchter zuliebe hielten, sondern gleich nach Hause durchfuhren.

Am Montag darauf eröffnete Maria ihre Praxis so richtig und hat seitdem viel Neues zu tun und zu lernen und zu machen. Das führte dazu, dass auch am Abend und am Wochenende unser großer Esstisch und dessen Umgebung zum Büro wurde.
Wichtige Unterlagen lagen auf der Anrichte und der Kücheninsel in direkter Nachbarschaft zu Essen und Flüssigkeiten. Es nervte, wenn man das Zeug schnell beiseite räumen musste, um den Tisch decken zu können.
Den Zustand fand ich auf Dauer unhaltbar und fasste den Plan, meinen Schreibtisch in der Diele zugunsten von Maria zu räumen und mir im Schlafzimmer eine kleine (Home-)Officeecke einzurichten. Den Plan hatte ich schon länger, denn in dieser Ecke ist, im Gegensatz zur Diele, ein echter Rückzug möglich.
Leider hat diese Ecke das Problem, dass sie sich in einem Haus aus dem 19.Jahrhundert mit leicht eingehangener Holzbalkendecke befindet. Schräge Böden, auch nur eicht schräge, führen aber zu Verspannungen im Nacken, wie ich feststellen musste, als ich hier ein paar Tage zur Probe saß.
Da mir zu einem kompletten Bodenausgleich Lust, Statik und Geld fehlte, baute ich stattdessen ein Podest aus OSB-Platte mit nivelierbaren Möbelfüßen drunter und einem Teppichrest aus dem Repomarkt bespannt obendrauf. Das ist nun meine 1,40×1,50m große Privatinsel im Haus, die immerhin dazu führte, dass dieser Text hier ohne externe Ablenkungen entstehen konnte.

Gleichzeitig brachte sie aber auch ein neues Problem ins Schlafzimmer. Die Anzahl leuchtender Status-LEDs im Schlafzimmer erreichte ein unerträgliches Maß. Monitor, Laptop-Ladegerät, Sonos-Lautsprecher, LAN-Switch nebst Netzteil, Festnetz-Mobilteil, Netzwerkfestplatte. Das alles leuchtete nun zusätzlich zur Fernseh-LED, die ich schon mit einem Stück GAFA-Band „gedimmt“ hatte. Zum Schlafen brauche ich nämlich absolute Ruhe und absolute Finsternis. Wie in einem Grab muss ich mich fühlen, um gut schlafen zu können.
Die Lösung dafür war aber einfach: alles, was nachts nicht leuchten darf, kam an eine Verteilerdose. So kann ich mit einem „Switch“ das Homeoffice ausschalten und den Familienvater einschalten.

Kommentare 1

09.Januar 2026 – Neujahrsvorsätze

Ich werde bis zum Ostersonntag keinen Alkohol trinken. Nicht, weil ich ein Problem mit übermäßigem Alkoholkonsum hätte, sondern weil ich testen möchte, was das mit mir macht. Bis jetzt fühlt es sich super an und klappt auch super.

Ich werde in diesem Jahr nicht rauchen. Das hat schon im vergangenen Jahr gut geklappt. Außer an Vergnügungen, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfanden und mit Alkohol verbunden waren und außer in der Zeit ab Oktober, als ich anfing, mit Maria eine Selbstständigkeit vorzubereiten. Und außer in der Weihnachtszeit. Deswegen in diesem Jahr ohne jegliche Ausnahmen, nach denen man denkt „eine ab und zu schadet schon nicht“. Klappt bis jetzt super und fühlt sich gut an.

Ich werde in diesem Jahr täglich Journal führen. Nicht zwingend hier im Internet (obgleich ich es da auch vorhabe), aber auf alle Fälle so für mich zur Selbstreflektion. In vergangenen Jahren habe ich es in den stressigen Zeiten, also gerade dann, wenn die interessanten Dinge passieren, immer nicht geschafft. Das soll sich in diesem Jahr ändern, indem ich eine feste Routine mit festen Zeiten daraus mache. Was dann davon hier landet, steht auf einem anderen Blatt.

Schon lange unverrückbare Routinen geworden sind auf diese Weise: mit dem Rad auf Arbeit bzw. mindestens 2x pro Woche auf Arbeit laufen, vegetarisch-vegane Ernährung, Verzicht auf Dienste von Musk, Verzicht auf Dienste von Zuckerberg (außer Whatsapp), Öffis > Auto > Flugzeug.

Weitere lose Ziele für dieses Jahr:

  • 5-7 Kilo Gewicht verlieren (verdammte Weihnachtszeit, verdammtes Alter)
  • US-Internetdienste und Clouds durch was anderes ersetzen
  • Maria den Rücken freihalten, wann immer ihre Selbständigkeit das erfordert.
  • Erlebnisse > Anschaffungen

Die USA unter Trump sind und bleiben unsagbar.

Kommentare 0

11.Dezember 2025 – Hyperfokus und ein Minekonzert

Die letzten Wochen habe ich im berufsbegleitetem Hyperfokus verbracht. Ich hatte eine Firma zu gründen, da derlei nicht der Maria Ding ist.
Also befand ich mich in einem Zustand des ständigen Nachdenkens darüber, wie verschiedene Zahnräder besser ineinandergreifen würden, welche Zahnräder man noch braucht und wo man die herbekommt und an welcher Stelle die dann wieder ins Getriebe passen. Es war ein einziges Zusammenpuzzeln und Verkabten und dann doch passen von Zahnrädern in meinem Kopf. Die größten Brocken sind gemeistert. Wenn alles gut läuft, (und das muss es, denn Deutschland ist über Weihnachten und Neujahr für geewöhnlich drei bis vier Wochen lang nicht ansprechbar) geht der Laden am 01. Februar auf. Wenn nicht, vielleicht einen Monat später. Ich muss schon sagen, dass mir das hat alles Spaß gemacht hat. Man hatte mit vielen neuen Leuten zu tun, sich mit vielen neuen Dingen zu beschäftigen und viel zu lernen. Auf den üblichen Dopaminblues im Februar kann ich mich also schon mal seelisch vorbereiten.


Stellvertretend für die vielen anderen Veranstaltungen, über die ich hier nicht geredet habe, möchte ich kurz das Konzert „Mine&Orchester“ loben, welches Maria und ich uns am 27.November im Haus Auensee in Leipzig angeschaut haben. Eigentlich wollten wir ja dort unsere Töchter mit hinnehmen, doch eine wurde krank und eine wollte nicht alleine mit. Verkauft kriegt man die Karten vor der Tür dann so kurzfristig auch nicht mehr, dafür ist das Auensee zu weit ab vom Schuss.
Das Auensee hat aber eine super Akustik, wie ich jedesmal aufs Neue finde, wenn ich mal wieder dort bin.
Das Konzert war sehr voll und sehr besonders. Die meiste Zeit standen um die 30 Leute auf der Bühne. Es gab Bläser, Streicher, Elektroniker, Backgroundchor und Sängerin und Akrobatik. Wir mögen Mine, ihre Texte und ihre genresprengende Musik.

Kommentare 0

Mo., 03.November 2025 – Halloween, Nichtenspaß, Escaperoom

Das lange Wochenende war gut durchgeplant. In unserem Dorf gibt es eine Halloween-Tradition, die wohl schon bis in die DDR-Zeit zurück reicht. Da wohnten wir aber noch nicht hier. Damals war das wohl auch eine Art des Protests, diese westliche Tradition zu feiern. Gleichzeitig war diese Tradition für den Staat nicht problematisch genug, sie zu verbieten. So bereiten sich bis zum heutigen Tage viele Höfe im Dorf richtig groß auf Halloween vor. Es gibt ausufernde Dekobauwerke und Kinder werden freudig erwartet, um sie dann gepflegt zu erschrecken. Das braucht sich alles nicht vor den USA zu verstecken und macht Spaß, weil es nette Gespräche am Gartenzaun und auf dem Weg gibt, die gemeinschaftsbildend sind und man auch selbst ziemlich betrunken wieder zu Hause ankommt, wenn man mit seinen Kindern los zieht.
Wir schmissen auch eine Hofparty und zogen mit unseren Kindern rum. Die trafen dann aber Freunde und zogen mit denen alleine weiter. So waren es irgendwann nur noch sechs Erwachsene und zwei Kindergäste, die da rumzogen und weil man ständig Leute trifft, verlor auch ich irgendwann meine Reisegruppe und landete am Sportplatz auf der wohl größten Party im Dorf. Es gab Helles vom Fass, eine nette Physiotherapeutin hatte sich in ein hautenges Jokerkostüm gesteckt und überhaupt war es hier irgendwie lustig und schön. Irgendwann sah ich aber ein, dass ich mal wieder zur Familie schauen muss und brachte dort unsere Party mit ausreichend Restwürde über die Runden.

Da wir am nächsten Tag alle müde waren und besonders lange im Bett blieben, konnten wir gefühlt direkt nach dem Frühstück zu meinem Bruder nach Weimar fahren. Der Neffe hatte Geburtstag, die Ex meines Bruders und ihre Familie waren wieder in besonders guter Stimmung. Nur die Grundstimmung meines Bruders passte nicht dazu, aus verständlichen Gründen. Jedenfalls hielt ich mich aus Erwachsenengesprächen raus und bespaßte die Kinder. Meine vierjährige, sehr lustige Raketennichte fand da besonders viel Gefallen dran und wich mir nicht mehr von der Seite. Ich trug sie in allen Lagen, als Rucksack, als Handtasche und führte lustige Geheimgespräche mit ihr. Einmal, als ich sie gerade mal wieder Huckepack auf den Schultern trug, furzte sie mir herzhaft und mehrfach in den Nacken. Nachdem alle mit Lachen fertig waren, ließ ich sie zur Strafe kopfüber von der Decke hängen.
Zur Weimarer Schule gehört es auch, den Kindern keinerlei Feedback zu ihrem Verhalten zu geben. Vor allem nicht zu falschem. Das ist nicht ausschließlich gut… sage ich mal so. Es war ein sehr lauter Nachmittag, der Kopfschmerzen machte, aber mein Bruder war froh, dass wir da waren.

Auch dieser Tag führte dazu, dass wir am nächsten Morgen lange ausschliefen. Gefühlt direkt nach dem Frühstück fing ich an, die Geburtstagsgäste von Lisbeth einzusammeln. Dann fuhren wir nach Leipzig. Lisbeth hatte schon vor mehr als einem halben Jahr ihren zehnten Geburtstag, aber durch verschiedene Umstände konnten wir das mit ihren Freundinnen jetzt erst feiern. Es ging direkt ins Leipziger Zentrum zu einem Escape-Room. Thema: Zauberschule eines bebrillten Zauberers mit Narbe auf der Stirn. Schon auf der Hinfahrt merkte ich, dass die fünf Mädels eine gute Chemie und Teamdynamik haben. Sie beschäftigten sich gut selbst. In dem sehr schönen Raum setzte sich das dann fort. Die fünf stellten sich ziemlich clever an, brauchten wenige Tipps und hatten den Raum dann 9 Minuten vor der Zeit gelöst, obwohl noch keiner von denen Escape-Room-Erfahrung hatte. Es war wieder interessant, da zuzuschauen. Erst laufen alle wie die aufgescheuchten Hühner durcheinander, dann fangen sie an, sich zu organisieren, dann bekommt jeder feste Aufgaben und die Gruppe damit Struktur. Ein schönes Sozialexperiment. Zu Hause gab es dann noch Abendessen. Wir hatten noch die Freitagsdeko hängen und machten daher Halloween der Einfachheit halber zum Thema des Abendbrotes. Am Ende waren alle Kinder zufrieden, denke ich.

Heute hat Maria ihren Chefinnen erzählt, dass sie recht wahrscheinlich demnächst nicht mehr dort arbeitet. Sie nahmen es wohl professionell und auch mit Bedauern auf. Man wird sich trennen, wie es sein sollte … im Guten.


Die Siegesserie des MBC riss am Sonntag.

Kommentare 0

Di., 28.Oktober 2025 – Geschäftigkeit und ein Lagerfeuer

Die Tage bleiben geschäftig. Es werden Excel-Tabellen erstellt. Darin Pläne, stetig wachsende ToDo-Listen und Kalkulationen. Es werden Briefe vorbereitet und Kontakte aufgenommen. Es ist eine spannende Zeit und das wird auch erstmal so bleiben. Ich mag die Lebendigkeit, die dadurch entsteht. Die Wachheit und das Nachdenken. Das Ordnen und Sortieren der Gedanken.

Trotzdem haben wir noch Töchter, also Familie. Das ist auch eine große Ungewissheit in der Kalkulation. Können wir das vereinbaren? Passt das alles zusammen? Vieles zeigt sich erst, wenn man es tut. Aber zumindest ich bin da flexibel und Realist. Das macht mich optimistisch.

Am Sonntag jedenfalls machten wir, zur Beendigung der Ferien, ein kleines Lagerfeuer mit den Töchtern. Hannah hatte darauf mal so garkeinen Bock und lag nur gelangweilt und desinteressiert im Gras, Blick Richtung Himmel. Mein kleiner Astbruchhhaufen wurde in der Feuerschale zu Asche und Marshmallows zu karamelisierter Masse zwischen zwei Keksscheiben. Maria und ich tranken einen White Russian auf die ersten Schritte, ich dann später noch ein Bier.
Als das Feuer nur noch Glut war, warf ich den Rest der Zigaretten, die ich mir in Prag gekauft hatte, dort hinein. Durch verschiedene Feiern, den Dartclub und die Aufregung hatte sich das Rauchen in den letzten Wochen wieder etwas zu markant in mein Leben geschlichen, was natürlich Quatsch ist. Das war schleunigst zu beenden, bevor wieder eine lästige Gewohnheit draus wird.
Als sie vollständig verbrannt waren, ging auch ich rein.
Der MBC bleibt einziges ungeschlagenes Team der BBL.